AUSBILDUNG
Ergebnisse der IHK-Ausbildungsumfrage 2011
Am 11. April 2011 hat der DIHK in der Bundespressekonferenz die IHK-Unternehmensbefragung "Ausbildung 2011" vorgestellt. Mehr als 14.000 Unternehmen haben sich beteiligt.
Die wichtigsten Ergebnisse der IHK-Ausbildungsumfrage 2011:
- Angebot an Ausbildungsplätzen steigt deutlich: 22 Prozent der Unternehmen wollen mehr ausbilden, 17 Prozent weniger, 61 Prozent halten ihr Ausbildungsangebot aufrecht. Damit halten mehr als drei von vier Unternehmen ihr Ausbildungsplatzangebot aufrecht bzw. vergrößern es sogar. Dies ist für 2011 eine deutliche Steigerung im Vergleich zum Vorjahr. In Zeiten des demografischen Wandels besitzt die Sicherung von Fachkräften durch eigene Ausbildung bei den Unternehmen höchste Priorität.
- Angebotsboom in allen Größenklassen: Die Ausbildungspläne von Großunternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten und von Betrieben mit 200 bis 999 Beschäftigten verbessern sich im Vorjahresvergleich am stärksten. Auch kleinere Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten sowie Betriebe mit zehn bis 19 Beschäftigten weisen für 2011 Höchstwerte seit Durchführung der Umfrage aus. Im Branchenvergleich gibt die Industrie ihr Ausbildungs-Comeback mit einer massiven Angebotsausweitung. Insgesamt zeigen sich expansivere Ausbildungspläne über alle Größenklassen und Branchen hinweg.
- Fachkräftesicherung ist das entscheidende Ausbildungsmotiv: Der demografiebedingte Bewerberrückgang macht sich bei den Unternehmen immer stärker bemerkbar. Für 55 Prozent der Betriebe hat die Sicherung des Fachkräftenachwuchses entscheidenden Einfluss auf ihre Ausbildungsentscheidung.
- Nicht Ausbildungsplätze, sondern die Bewerber sind knapp: Die Besetzungsprobleme der Betriebe verschärfen sich weiter. 2010 konnte fast jedes vierte Unternehmen nicht alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzen. In den neuen Bundesländern hat bereits mehr als jedes dritte Unternehmen Besetzungsschwierigkeiten. Damit blieben rund 55.000 Ausbildungsplätze im Jahr 2010 unbesetzt, überwiegend weil geeignete Bewerbungen fehlten.
- Gute Aussichten nach der Ausbildung – Übernahmepläne der Unternehmen steigen deutlich: Über die Hälfte der Unternehmen gibt für 2011 an, den Großteil (75 bis 100 Prozent) ihrer neu ausgebildeten Fachkräfte übernehmen zu wollen. Im Branchenvergleich planen insbesondere Banken und Versicherungen und Industrieunternehmen mit einer sehr hohen Übernahmequote. Vier von fünf Unternehmen geben an, dass die Sicherung von selbst ausgebildeten Fachkräften hierbei eine zentrale Rolle spielt.
- Mangelnde Ausbildungsreife der Schulabgänger weiterhin Ausbildungshemmnis Nummer eins: Mehr als drei Viertel der Unternehmen, auf die sich Ausbildungshemmnisse auswirken, beklagen unzureichende schulische Qualifikationen und persönliche Kompetenzen bei den Bewerbern. Dabei sind die Betriebe zunehmend unzufrieden mit der Leistungsbereitschaft (50 Prozent), Belastbarkeit (45 Prozent) und Disziplin (48 Prozent). Bei diesen „soft skills“ bleibt – neben der Schule – das erzieherische Engagement der Eltern für einen erfolgreichen Schul- und Ausbildungsabschluss ihrer Kinder gefragt.
Soziale Kompetenzen sind das A und O: Immer mehr Unternehmen sind bereit, unter bestimmten Voraussetzungen Ausbildungsplätze auch mit Jugendlichen mit Lernschwächen zu besetzen. Neben finanziellen Unterstützungsleistungen und besseren Informationen über die Stärken und Schwächen von Auszubildenden hat in allen Branchen die Einschätzung, dass gute soziale Kompetenzen wichtiger seien als die schulischen Leistungen, stark zugenommen.