AUSBILDUNG
Ergebnisse der IHK-Ausbildungsumfrage 2012
Am 8. Mai 2012 hat DIHK-Präsident Hans-Heinrich Driftmann die bundesweiten Ergebnisse der IHK-Ausbildungsumfrage 2012 vorgestellt. Mehr als 14.000 Unternehmen haben sich beteiligt.
Die wichtigsten Ergebnisse der IHK-Ausbildungsumfrage 2012:
Der Ausbildungsmarkt wandelt sich grundlegend. Die Jugendlichen können zwischen mehreren Ausbildungsoptionen wählen. Für Unternehmen entstehen gleichzeitig Engpässe bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen.
- Angebot an Ausbildungsplätzen steigt: 21 Prozent der Unternehmen wollen 2012 mehr ausbilden, 18 Prozent weniger, 61 Prozent halten ihr Ausbildungsangebot aufrecht. Damit halten mehr als 80 Prozent der Unternehmen ihr Ausbildungsplatzangebot aufrecht bzw. vergrößern es sogar. Die Dynamik des Zuwachses lässt im Vergleich zum Vorjahr zwar etwas nach. Trotzdem nimmt das Ausbildungsplatzangebot erneut zu. Die Fachkräftesicherung durch eigene Ausbildung besitzt bei den Unternehmen damit höchste Priorität - die Ausbildungschancen der Jugendlichen verbessern sich auch 2012.
- Mittelstand erweist sich erneut als Stütze des Ausbildungsmarktes: Die Ausbildungspläne von Unternehmen mit 10 bis 199 Beschäftigte bleiben auf dem Rekordniveau des Vorjahres. Auch die Pläne der Großunternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten weisen auf ein Plus an Ausbildungsangeboten hin, wenn auch die Ausweitung etwas weniger stark ausfällt als im Vorjahr. Im Branchenvergleich sind es die Industrie und das Gastgewerbe, die ihr Ausbildungsplatzangebot am stärksten ausbauen.
- Verdrängungswettbewerb auf dem Ausbildungsmarkt: Die Ausweitung des Ausbildungsplatzangebotes der vergangenen Jahre insbesondere bei mittleren und großen Betrieben führt dazu, dass insbesondere kleinere Betriebe keine geeigneten Auszubildenden mehr finden. Der Anteil der Betriebe, die 2011 Schwierigkeiten bei der Besetzung ihrer Ausbildungsplätze hatten, lag bei 21 Prozent. Insgesamt 60.000 Ausbildungsplätze blieben 2011 allein im IHK-Bereich unbesetzt.
- Gute Aussichten nach der Ausbildung – Übernahmepläne der Unternehmen steigen weiter: 2012 geben 59 Prozent der Betriebe an, den Großteil ihrer neu ausgebildeten Fachkräfte übernehmen zu wollen – fünf Prozentpunkte mehr als 2011. Im Branchenvergleich planen insbesondere Banken und Versicherungen sowie Industrieunternehmen eine sehr hohe Übernahmequote. Auch im Gastgewerbe wächst die Übernahmeneigung deutlich. Für Unternehmen, die keine Auszubildenden mehr finden, spitzt sich die Fachkräftesituation weiter zu, da auch nach der Ausbildung der Wettbewerb um die jungen Menschen zunimmt.
- Unternehmen umwerben Jugendliche: Die Unternehmen engagieren sich noch stärker als in den Vorjahren, um Jugendliche zu gewinnen. Besonders stark setzen die Unternehmen auf Kooperationen mit Schulen, bieten mehr Praktikumsplätze für Schüler an und verbessern ihr Ausbildungsmarketing. Beim Ausbildungsmarketing dienen das Internet und verstärkt auch die sozialen Medien als wichtige Instrumente.
- Unternehmen stellen sich auf schwächere Bewerber ein – Sozialkompetenzen müssen stimmen: Mehr als drei Viertel der Unternehmen, die Ausbildungshemmnisse nennen, stellen unzureichende schulische Qualifikationen und persönliche Kompetenzen bei den Bewerbern fest. Insbesondere mangelnde Softskills werden zunehmend zum Ausbildungsproblem. Gleichzeitig sagen fast 40 Prozent der Ausbildungsunternehmen, dass sie bereit sind, Ausbildungsplätze auch mit lernschwächeren Jugendlichen zu besetzen, wenn sie motiviert, leistungsbereit und zuverlässig sind.