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INNOVATION UND UMWELT

Bundesregierung beschließt Deutsches Ressourceneffizienzprogramm

Mit dem am 01.03.2012 beschlossenen Ressourceneffizienzprogramm (ProgRess) will die Bundesregierung die Wettbewerbsfähigkeit und Rohstoffproduktivität der deutschen Wirtschaft steigern. Das Ziel ist, Wachstum und Ressourcenverbrauch voneinander zu entkoppeln - Marktanreize, Forschung, Innovation und Beratung sind die Instrumente. ProgRess flankiert die Beschlüsse zur deutschen Energiewende.

Wie können Produkte und Produktionsprozesse ressourceneffizienter werden? Wie lassen sich Umweltmanagementsysteme, Produktkennzeichen oder Zertifizierungssysteme einführen? Welchen Beitrag kann das öffentliche Beschaffungswesen zur Ressourceneffizienz leisten? Wie können kleine und mittlere Unternehmen ihre Ressourceneffizienz steigern? Um diese Fragen geht es im neuen Programm zur Ressourceneffizienz. ProgRess beschreibt Handlungsansätze, Maßnahmen und Beispiele zur Steigerung der Ressourceneffizienz entlang der Wertschöpfungskette. Das Programm setzt insbesondere auf die Stärkung freiwilliger Maßnahmen und Initiativen in Wirtschaft und Gesellschaft.

Die Wettbewerbsfrage des 21. Jahrhunderts wird lauten: Wer schafft es am intelligentesten, mit immer weniger knappen und teuren Ressourcen zu produzieren? Schon heute besteht Handlungsbedarf: Allein 2010 sind die Rohstoffpreise um 40 Prozent gestiegen - bei einem Wirtschaftswachstum in Deutschland von 3,7 Prozent. Materialkosten sind ein erheblicher Wettbewerbsfaktor. Ihr Anteil an den Produktionskosten liegt im produzierenden Gewerbe in Deutschland bei durchschnittlich 45%. Zum Vergleich: Der Lohnkostenanteil beträgt nur 18 %. Beispiele weisen den Weg: Eine Tonne Handyschrott enthält 60-mal mehr Gold als eine Tonne Golderz. Allein durch den Umstieg auf recyceltes Kupfer lassen sich 50 Prozent Energie, 100 Prozent Schwefelsäure und 50 Prozent Schlacke einsparen. Derzeit liegt der Anteil von Sekundärrohstoffen am Rohstoffeinsatz in Deutschland erst bei 13%.
 

Ein erster Baustein von ProgRess ist eine bundesweite Kampagne für mehr Energieeffizienz im Heizungskeller unter dem Motto „Millionen Heizungen können mehr“. Der Aufwand für die Betreiber von Heizungsanlagen ist vergleichsweise gering: Mit einem so genannten „hydraulischen Abgleich“ können Heizungsanlagen so eingestellt werden, dass sie die Wärme effizienter verteilen, weniger Energie verbrauchen und jährlich bis zu 100 Euro Kosten pro Anlage einsparen. Die gleichmäßigere Wärmeverteilung verbessert darüber hinaus den Komfort in den Wohnräumen.

Weil diese vergleichsweise einfache Maßnahme immer noch wenig bekannt ist und eher selten nachgefragt wird, unterstützt das Bundesumweltministerium die Informationskampagne. Sie wird von der gemeinnützigen co2online GmbH gemeinsam mit Partnern durchgeführt und von der Ostfalia Hochschule Wolfenbüttel wissenschaftlich begleitet. Das Bundesumweltministerium unterstützt das Projekt über drei Jahre mit rund 2,7 Millionen Euro aus der Nationalen Klimaschutzinitiative.

(Quelle: BMU)

 

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